Gedenkstätte Zwangsarbeit in Leipzig - KZ-Außenlager "HASAG Leipzig"

Im Juni 1944 entstand auf dem Gelände der Kamenzer ­ Straße 10 und 12 (damals Bautzner Straße) im Leipziger Stadtteil Schönefeld das erste Frauenaußenlager des KZ Buchenwald. Mit über 5.000 Häftlingen entwickelte sich das KZ-Außenlager »­HASAG Leipzig« innerhalb von fünf Monaten zum größten Frauenaußenlager des KZ ­Buchenwald.

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Broschüre: KZ-Außenlager "HASAG Leipzig" - Größtes Frauenaußenlager des KZ Buchenwald
herausgegeben von der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig, 2021
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Das KZ-Außenlager "HASAG Leipzig"

Die Hugo Schneider Aktiengesellschaft (HASAG), die ihren Firmenhauptsitz in Leipzig hatte, gehörte während des Zweiten Weltkrieges zu den größten Rüstungskonzernen im Deutschen Reich. Der Konzern besaß große Werke in Deutschland und im besetzten Polen, in denen er von tausenden jüdischen Männern und Frauen, zivilen Zwangsarbeiter_innen, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen Munition und Panzerfäuste herstellen ließ.
Die Belegschaft des Unternehmens umfasste bereits im Oktober 1943 über 60.000 Beschäftigte, wobei weit mehr als die Hälfte von ihnen zivile Zwangsarbeiter_innen und Kriegsgefangene waren. Im Zusammenhang mit der Verlagerung der Produktion von Polen nach Deutschland und der verstärkten Produktion von Panzerabwehrwaffen begann die HASAG im Sommer 1944 mehrere KZ-Außenlager einzurichten.

Im Zuge dessen entstand im Juni 1944 auf dem Gelände der Kamenzer ­ Straße 10 und 12 (damals Bautzner Straße) im Leipziger Stadtteil Schönefeld das erste Frauenaußenlager des KZ Buchenwald. Mit über 5.000 Häftlingen entwickelte sich das KZ-Außenlager »­HASAG Leipzig« innerhalb von fünf Monaten zum größten Frauenaußenlager des KZ ­Buchenwald.

Im Herbst 1944 wurde neben dem Frauenlager zudem ein gesondert eingegrenztes Barackenlager eingerichtet, in dem knapp 700 Männer untergebracht waren. Die im Männerlager inhaftierten Franzosen, Italiener sowie polnischen und ungarischen Juden wurden vor allem in der Erprobung der in den HASAG-Werken hergestellten Munition eingesetzt.

Weitere KZ-Außenlager ließ die ­HASAG im Sommer und Herbst 1944 an den Produktionsstandorten in Taucha, ­Altenburg, Meuselwitz, Schlieben, Colditz und Flößberg einrichten. Mehr als 14.500 weibliche und männliche KZ-Häftlinge mussten für die HASAG Rüstungsgüter herstellen.

Lagergelände und Unterbringung

Das Außenlager »HASAG Leipzig« befand sich im Bereich des sogenannten Nordwerks des Leipziger HASAG-Standortes, zwischen der Torgauer Straße und der damaligen Bautzner Straße. Das Lager bestand aus mehreren Baracken sowie einem zweigeschossigen und unterkellerten massiven Steingebäude. Dieses heute noch erhaltene Gebäude in der Kamenzer Straße 12 war 1940 als »­Lagergebäude J« der ­ HASAG errichtet worden. Es wurde jedoch nur bedingt der ursprünglich geplanten Funktion zugeführt: Bereits seit 1941 diente es der Unterbringung von polnischen zivilen Zwangsarbeiter_innen, die zuvor in den von der HASAG verwalteten Werken im Generalgouvernement Zwangsarbeit verrichten mussten. Im Sommer 1944 wurden das Gebäude sowie die daneben befindlichen Baracken zum KZ-Außenlager »HASAG Leipzig« umfunktioniert.

In dem Gebäude befanden sich zum einen Unterkünfte für die weiblichen Gefangenen und zum anderen die funktionalen Bestandteile des Lagers. Die hohen Hallen bzw. Säle des Fabrikgebäudes waren mit halbhohen Trennwänden in 23 »Blöcke« unterteilt worden, die wiederum mit schmalen, mehrstöckigen Holzpritschen ausgestattet waren. Nach den Berichten von Zeitzeuginnen verfügten die »Blöcke« teilweise auch über Tische und Bänke. In einem großen »Block« waren bis zu 600 Frauen untergebracht, in den kleineren je 200. Im Erdgeschoss des Gebäudes befanden sich das Krankenrevier, die Schreibstube sowie die Küche und die Kantine des Lagers. Im Keller lagen der Waschbereich und Luftschutzräume. Aussagen von Überlebenden deuten drauf hin, dass sich im Keller Kammern befanden, die auch als »Bunker« bezeichnet wurden. In diesen kleinen abgetrennten Zellen, in denen man nur stehen oder sitzen konnte, seien die Häftlingsfrauen zur Bestrafung eingesperrt worden.

Außerdem waren die KZ-Häftlinge in den daneben liegenden Baracken untergebracht. Bereits 1942/1943 war neben dem Werksgelände ein Ensemble aus 12–15 Wohnbaracken, einer Wachbaracke sowie einer u-förmigen Küchen- und Essbaracke für die Unterbringung ziviler Zwangsarbeiter_innen entstanden. Nach der Einrichtung des KZ-Außenlagers ließ die HASAG dieses Barackenlager im Herbst 1944 noch einmal um zehn Baracken erweitern. Sehr wahrscheinlich hat sich in diesem neu errichteten Lagerteil auch das Männerlager befunden.

Das Lagergelände war von einem Stacheldrahtzaun und Wachtürmen umgeben, auf denen sich SS-Posten befanden. Die Holocaust-Überlebende Felicja Karay, die als KZ-Häftling für die HASAG in Leipzig arbeiten musste, beschreibt das Lagergelände wie folgt:

»Am Lagertor befand sich ein Schild mit der Aufschrift ›Schutzhaftlager‹. Das mehrstöckige Gebäude und die für Appelle bestimmte Freifläche war von einem doppelten elektrischen Zaun umgeben und von einigen Wachtürmen, die ständig von SS-Leuten besetzt waren, umstellt. Außer dem Gebäude gab es noch einige einzeln stehende und abgegrenzte Baracken, die von den Häftlingen ›Drugie Pole‹ (anderes Feld) genannt wurden, und in denen einige Polinnen und ungarische Jüdinnen untergebracht waren.«

Alltag der weiblichen KZ-Häftlinge

Am 9. Juni 1944 kamen die ersten 800 Frauen aus dem Konzentrationslager Ravensbrück im KZ-Außenlager »HASAG Leipzig« an. Dabei handelte es sich zunächst überwiegend um »politische« Polinnen, die zuvor im KZ ­Majdanek gewesen waren. Später wurden vor allem Frauen aus der Sowjetunion, Frankreich und Polen in das Lager eingeliefert.

Anfang August trafen über 1.200 polnische Jüdinnen in Leipzig-Schönefeld ein, die zum Teil auch kleine Kinder bei sich hatten. Diese Frauen hatte die HASAG aus dem aufgelösten firmeneigenen Zwangsarbeitslager in Skarżysko-Kamienna im Generalgouvernement zur Zwangsarbeit nach Leipzig bringen lassen. Insgesamt befanden sich Frauen 28 verschiedener Nationalitäten im ­ Leipziger Lager; ein Drittel von ihnen war jüdisch.

Vom Lager aus mussten die Häftlinge in Kolonnen zu Fuß in das etwa 1 km entfernte HASAG-Hauptwerk laufen. Dabei wurden sie von KZ-Aufseherinnen und SS-Wachmännern mit Hunden bewacht. Unter schwersten Bedingungen arbeiteten die Frauen in 12-Stunden-Schichten in der Rüstungsproduktion der HASAG, vor allem in der Fertigung von Munition und Granaten.

Die Überlebende Suzanne Orts, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Résistance in Frankreich verhaftet und nach Deutschland verschleppt worden war, berichtete über die Arbeit im Leipziger HASAG-Werk:

»12 Stunden Arbeit, eine Woche am Tage, eine Woche in der Nacht; sonntags ist Erholung. Hinzu kommt morgens und abends immer die Zeremonie der Appelle. Wecken um 4 Uhr. Wir stellen 4 Kilo schwere Luftabwehrgranaten her. (...) Wir machen die Endbearbeitung: den Boden, das Säurebad, die Elektrolyse. Letzter Arbeitsgang: Mit einer Kameradin fetten wir sie ein, bevor sie in einen Karren gestapelt werden. (...) Das ganze 200, 300, 400 mal am Tag. Der Takt wird beschleunigt. Die Geschosse stauen sich auf. Der Meister brüllt. Die SS-Aufseherin prügelt – unter solchen Verhältnissen lernt man den Beruf leicht.«

Gewalt, stundenlanges Appellstehen, Hunger, Krankheiten und Erschöpfung prägten den Lageralltag. Viele der Frauen wurden von den Bewacher_innen misshandelt, und mindestens 18 Frauen starben im Lager »HASAG Leipzig«. Durch die regelmäßigen Selektionen war der Tod allgegenwärtig: Kranke und schwangere Frauen wurden nach Auschwitz deportiert oder in andere Konzentrationslager überstellt. Mehr als 500 Gefangene, die als »arbeitsunfähig« galten, wurden mit Todestransporten in die KZ Auschwitz, Ravensbrück und Bergen-Belsen abgeschoben – unter ihnen waren auch 25 Kinder.

Doch trotz der Gefahren, die bestanden, übten die Frauen nach Aussagen von Zeitzeuginnen auch Widerstand aus bspw. in Form von Sabotagehandlungen. Zudem entwickelten sich im Lager vielfältige kulturelle Aktivitäten, die von der Lagerleitung geduldet wurden. Es gab Theateraufführungen sowie Tanz-und Liederabende.

Felicja Karay:
»Wir hatten keine Gewehre, keine Handgranaten, um einen Aufstand zu machen. Unser Widerstand sah anders aus: In jedem Lager, in jeder nationalen Gruppe organisierten die Frauen gegenseitige Hilfe und pflegten ihre Kultur. Wir sangen gemeinsam, veranstalteten literarische Abende - an denen manchmal ganz neue Dichterinnen hervortraten - oder Wettbewerbe, wer die beste Satire auf die böse Blockälteste schreibt.«

Bewachung

Die Lagerleitung oblag von Beginn an SS-Obersturmführer Wolfgang Plaul, der bereits seit 1933 im KZ-System und vor seinem Wechsel nach Leipzig als 2. Schutzhaftlagerführer im KZ Buchenwald tätig war. Plaul, der den Häftlingen durch besondere Brutalität und Schikane in Erinnerung blieb, setzte sich im April 1945 während des Todesmarsches ab. Über seinen Verbleib gibt es keine gesicherten Angaben; es existieren lediglich Hinweise darauf, dass er von einem Sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt wurde.

Dem Lagerleiter unterstanden 25 SS-Unterführer, 87 SS-Männer sowie über 60 KZ-Aufseherinnen. Die Aufseherinnen wurden zum Teil aus der deutschen Belegschaft der HASAG-Werke rekrutiert und hatten vor ihrem Einsatz einen Ausbildungslehrgang im KZ Ravensbrück zu absolvieren. Sie kontrollierten die Unterkünfte und bewachten die Frauen auf ihrem Weg in die Fabrikhallen und bei der Arbeit. Verhielten sich die Häftlinge in ihren Augen nachlässig bei der Arbeit oder nicht konform, dann bestraften sie dies mit Schlägen, Nahrungsentzug oder Appell stehen. Die Oberaufseherin, die ihre Befehle vom Lagerführer erhielt, verfügte zudem über umfangreiche disziplinarische Vollmachten und vollzog schwere Strafen selbst.

Die Zeitzeugin Alina Paradowskja berichtete später:
»Mir blieb auch der Name der Kommandoführerin Heber im Gedächtnis. Sie war eine Aufseherin. Es war eine mittelgroße Frau, blond, lange in einen Knoten nach hinten gebundene Haare, mittelschlank, etwa 30 Jahre alt. Eines Tages, kurz nach dem Arbeitseinsatz im Betrieb, etwa Mitte Juli 1944, verprügelte mich diese SS-Aufseherin erheblich, weil ich an der Drehbank arbeitend zwei Feilen zerbrach.«

Die beiden Oberaufseherinnen Käthe Heber und Elisabeth Saretzki tauchten im April 1945 unter und konnten von den Strafermittlungsbehörden nicht aufgefunden werden.

Das Verhältnis der Häftlinge zu den deutschen Arbeiter_innen der ­HASAG war ambivalent und wird von den Überlebenden unterschiedlich beschrieben: Es wird sowohl von Hilfeleistungen berichtet, insbesondere wenn die Frauen sich verletzt hatten, krank oder schwanger waren, aber auch von Schlägen und Schikanen durch die deutschen Vorabeiter_innen.

Todesmärsche und Befreiung

Zwischen dem 6. und 14. April 1945 räumte die SS die Außenlager des KZ Buchenwald im Raum Leipzig. Damit wollte sie verhindern, dass die Gefangenen von den anrückenden Alliierten befreit werden. Am 13. April trieb die SS die Häftlinge des KZ-­Außenlagers »HASAG Leipzig« auf sogenannte Todesmärsche in Richtung Osten. Wer versuchte zu fliehen oder vor ­Schwäche zurückfiel, wurde von den Wachmannschaften erschossen.

Die meisten Kolonnen der Todesmärsche aus den Leipziger KZ-Außenlagern passierten die 30 km westlich von Leipzig gelegene Kleinstadt Wurzen und wurden schließlich Anfang Mai 1945 in der Gegend um die Stadt Riesa befreit.

Im KZ-Außenlager »HASAG Leipzig« blieben nur schwache und kranke Häftlinge zurück. Sie wurden mit dem Einmarsch der US-Armee am 18. April 1945 befreit. In einem »Concentration Camp Situation Report« vom 21. April 1945 heißt es zur Situation im Lager, dass sich von den ursprünglich fast 5.000 weiblichen KZ-Häftlingen noch 232 im Lager befunden haben, die in einem schlechten Gesundheitszustand waren und durch Ärzte der US-Armee versorgt werden mussten. Zudem habe es kaum Nahrungsmittel und Medizin gegeben, und die Baracken und die Krankenstation seien überfüllt gewesen.

Marianna-Helena Morawska:
»Anfang April 1945 wurden wir aus dem Lager evakuiert und in verschiedene Richtungen geführt. Am meisten sind die weiblichen Häftlinge unterwegs umgekommen, weil die Schwächeren, die nicht mehr marschieren konnten, durch die begleitenden SS-Männer umgebracht wurden. Ich habe auch gesehen, wie die SS-Männer auf die Frauen schossen, die sich von der Kolonne entfernten, um aus den geöffneten Kartoffelmieten Kartoffeln zu nehmen.«

Nutzung des Lagergeländes in der Nachkriegszeit

Im Laufe des Jahres 1945 wurde das Werksgelände der HASAG von der Sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt. Die Baracken des Außenlagers wurden demontiert, die Fabrikhallen geräumt und die meisten Gebäude zertrümmert und gesprengt – doch das Gebäude in der Kamenzer Straße 12 blieb erhalten.

Im Zuge der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone sind Teile des Geländes in das Eigentum der Stadt Leipzig übergegangen. Auf dem Areal, auf dem sich ursprünglich die Unterkunftsbaracken des KZ-Außenlagers befanden, entstand Ende der 1940er Jahre die Kleingartensiedlung »Einheit«, die jedoch nur für kurze Zeit an diesem Ort bestand. Bereits 1950 wies die Leipziger Wirtschaftsverwaltung den Bereich des ehemaligen HASAG-Nordwerks der VVB ABUS Halle (Vereinigung Volkseigener Betriebe für die Ausrüstung von Bergbau und Schwerindustrie) als Baufläche zu. Der Stahlbaubetrieb plante in Leipzig ein Werk für den Förderanlagenbau zu errichten, wofür die Klein­gartensiedlung »Einheit« weichen musste. 1951 wurde das 35 Hektar große Gelände dem VEB ABUS Halle überschrieben und ab April 1952 dem VEB ABUS Förderanlagen Leipzig.

Das ehemalige Hauptgebäude des KZ-­Außenlagers in der Kamenzer Straße 12 ließ der Betrieb enttrümmern und instand setzen und nutzte es anschließend als Verwaltungsgebäude.

Heutige Nutzung des Ortes und Gedenken

Heute befindet sich das Gebäude im Leipziger Nordosten in privater Hand. Wie aus verschiedenen Debatten im Stadtrat und dem Sächsischen Verfassungsschutzbericht 2018 bekannt ist, dient das Gebäude, das einst ein zentraler Bestandteil des KZ-Außenlagers »HASAG Leipzig« gewesen ist, der militanten Rechtsradikalenszene als Treffpunkt. Die heutige Nutzung des Gebäudes erschwert ein angemessenes Gedenken in hohem Maße. Die vor Ort angebrachte Gedenktafel und das Wegzeichen zur Erinnerung an das KZ-Außenlager und die Opfer der Todesmärsche wurden in der Vergangenheit in regelmäßigen Abständen zerstört.

Im Dezember 2019 rief das Ladenschluss - Aktionsbündnis gegen Neonazis unterstützt von 34 zivilgesellschaftlichen Initiativen, Vereinen und Organisationen sowie drei Abgeordneten des sächsischen Landtages in einem offenen Brief den Oberbürgermeister der Stadt Leipzig auf, gegen das rechtsradikale Zentrum in der Kamenzer Straße 10 und 12 aktiv zu werden und auf dem Gelände einen Gedenkort einzurichten. Mit einem Stadtratsbeschluss vom 28. Mai 2020 erkannte die Stadt Leipzig an, dass der Gebäudekomplex in der Kamenzer Straße 10 und 12 als ehemaliges Zwangsarbeiter_innenlager der HASAG und größtes Frauenaußenlager des KZ Buchenwald von besonderer historischer Bedeutung ist und verurteilte gleichzeitig die aktuelle Nutzung durch Neonazis. Der entsprechende von der Fraktion Die Linke eingereichte Antrag sieht zudem vor, dass am Gebäudekomplex eine Gedenktafel seitens der Stadt Leipzig installiert werden soll.

Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit diesem Ort, an dem sich mit dem KZ-Außenlager »HASAG Leipzig« das größte Frauenaußenlager des KZ Buchenwald befunden hat, ist längst überfällig. Das Gelände sollte angemessen und dauerhaft in die Reihe der bedeutenden historischen Orte Leipzigs aufgenommen werden.

Literatur

Karay, Felicja: Wir lebten zwischen Granaten und Gedichten. Das Frauenlager der Rüstungsfirma HASAG im Dritten Reich, Köln/Weimar/Wien 2001.

Sacha, Magdalena: Polinnen und polnische Jüdinnen im Außenlager HASAG-Leipzig: Zusammen, aber getrennt, in: Moller, Sabine/Rürup, Miriam/Trouvé, Christel (Hrsg.): Abgeschlossene Kapitel? Zur Geschichte der Konzentrationslager und der NS-Prozesse, Tübingen 2002, S. 69-87.

Schellenberg, Martin: Die „Schnellaktion Panzerfaust“. Häftlinge in den Außenlagern des KZ Buchenwald bei der Leipziger Rüstungsfirma HASAG, in: Dachauer Hefte, 21 (2005), S. 237-271.

Schönemann, Sebastian: Das Frauen-Außenlager „HASAG-Leipzig“ in Leipzig-Schönefeld: Neue Forschungen zur Geschichte und zum Ort des Lagers, in: MEDAON – Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung, 8 (2014), 15, S. 1–5.

Seidel, Irmgard: Jüdische Frauen in den Außenkommandos des Konzentrationslagers Buchenwald, in: Bock, Gisela (Hrsg.): Genozid und Geschlecht. Jüdische Frauen im nationalsozialistischen Lagersystem, Frankfurt am Main 2005, S. 149-168.

Seidel, Irmgard: Leipzig-Schönefeld (Frauen), in: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des
Terrors: Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 3 – Sachsenhausen, Buchenwald, München 2006, S. 495-500.

 

Impressum

Herausgeber: Erinnern an NS-Verbrechen in Leipzig e.V.
Redaktion: Dr. des. Josephine Ulbricht

Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Permoserstraße 15, 04318 Leipzig
Telefon: +49 (0)341 235 2075
Email:  gedenkstaette [at] zwangsarbeit-in-leipzig [dot] de
Homepage: www.zwangsarbeit-in-leipzig.de

Leipzig, Januar 2021

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