Gedenkstätte Zwangsarbeit in Leipzig - Aktuelles

Die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins der Gedenkstätte, die Historikerin Ann Katrin Düben, erklärte im Namen des Vorstands: „Das ist eine große Ehre für die Gedenkstätte. Der Besuch des niederländischen Königspaares setzt ein wichtiges politisches Zeichen gegen das Vergessen der großen Opfergruppe der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Nationalsozialismus.“

Während des Zweiten Weltkriegs war der Rüstungskonzern HASAG einer der größten Profiteure von Zwangsarbeit im Deutschen Reich und im besetzten Polen. Unter den dabei eingesetzten zehntausenden Zwangsarbeiter_innen und KZ-Häftlingen waren hunderte Frauen und Männer aus den Niederlanden. Sie waren in Lagern auf dem Firmengelände, in dessen unmittelbarer Umgebung sowie in Quartieren in der Stadt Leipzig untergebracht. Auf dem historischen Gelände des Hauptsitzes der HASAG erinnert seit mehr als 15 Jahren die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig an das Schicksal tausender ziviler Zwangsarbeiter_innen und KZ-Häftlinge während des Zweiten Weltkriegs in Leipzig.

Der Besuch des niederländischen Königspaares stellt einen Höhepunkt besonders guter Kontakte der Gedenkstätte in das Nachbarland dar. Die Mitarbeiter_innen der Einrichtung pflegen einen regen Austausch mit Angehörigen ehemaliger Zwangsarbeiter aus den Niederlanden. Anlässlich der Museumsnacht Halle-Leipzig waren in den vergangenen Jahren mehrfach Familien ehemaliger niederländischer Zwangsarbeiter zu Gast. Sie haben der Gedenkstätte in der letzten Zeit viele wichtige Fotografien, Dokumente und Objekte übergeben. Einige davon werden in der im vergangenen Herbst eröffneten Interims-Ausstellung „Im Provisorium. NS-Zwangsarbeit in Leipzig und beim Rüstungskonzern HASAG“ erstmals öffentlich gezeigt. Zu den zentralen Objekten der Ausstellung zählen das Fotoalbum eines Zwangsarbeiters aus dem niederländischen Loenen und der Fotoapparat, mit dem er während der Zeit seines „Arbeitseinsatzes“ in Leipzig Privatfotografien angefertigt hatte.

Aus organisatorischen Gründen bleibt die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig an diesem Tag für Besucher_innen geschlossen.

Leipzig, 24. Januar 2017

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